1. Evolution

  • Über 10.000 Generationen lang hat sich der Mensch als Jäger und Sammler von etwa 100 Lebensmitteln ernährt.

  • Vor gerade einmal 500 Generationen begann sich das zu ändern. Die Menschheit ernährt sich seitdem von der Landwirtschaft - das heißt zu 90 % von nur noch 6 Lebensmitteln: Weizen, Mais, Reis, Kartoffeln, Gerste und Hirse.

  • Und erst seit einer Generation ernähren wir uns von Industrieprodukten.

 

Unsere Biologie hatte aufgrund der rasanten Entwicklung keine Chance, sich diesen Umstellungen anzupassen.​ Physiologisch sind wir immer noch Jäger und Sammler.

 

2. Forschung

 

 

Ein weiterer Grund dafür, dass es heute so schwierig ist, sich "richtig" zu ernähren: Unser Wissensstand zum Thema Gesundheit und Ernährung verändert sich ständig.

Wir wissen heute, dass

  • Fruchtzucker keineswegs "gesünder" ist als  weißer Zucker,

  • Eier den Cholesterinspiegel im Blut nicht steigen lassen,

  • Fette nicht alle ungesund sind (im Gegenteil!),

  • Kaffee dem Körper kein Wasser entzieht.

 

Rund zwei Millionen Forschungsergebnisse - mehr als 5.000 pro Tag - werden pro Jahr publiziert. Die Menge unserer wissenschaftlichen Erkenntnisse steigt pro Jahr um etwa acht Prozent. Es dauert nicht einmal zehn Jahre, bis sie sich verdoppelt hat.

Nicht alle "neuesten Erkenntnisse" sind allerdings richtig!

3. Ausgelaugt?

 

Ein dritter Grund, warum gesunde Ernährung schwieriger wird: Unsere Nahrungsmittel  sind ständigen Veränderungen unterworfen - leider nicht immer zum Guten. Untersuchungen des schweizer Chemiekonzerns Geigy zeigen:

Äpfel enthalten nur noch etwa ein Viertel ihres früheren Gehalts an Vitamin-C, Fenchel nur noch ein Fünftel an Beta-Carotin, Möhren nur noch knapp die Hälfte an Magnesium.

Dies liegt - wie Geigy meint - an "ausgelaugten Ackerböden". Kritiker der Studie wiegeln ab: Der Vitalstoffverlust von Obst und Gemüse sei nur Panikmache und Propaganda der Nahrungsergänzungsmittelindustrie. In Wirklichkeit werde der Verschleiß unserer Böden und durch Düngung wieder weitgehend ausgeglichen.

 

Wie denn nun?

Wie schon die wenigen vorausgehenden Absätze gezeigt haben, ist das Thema "gesunde Ernährung" heiß umstritten. Kaum ein Aspekt, für den sich nicht sowohl überzeugte Befürworter als auch entschiedenste Gegner finden. Wie ich mit den Schwierigkeiten der kontroversen Diskussionen umgehe, lesen Sie hier.

 

Das Thema "Ernährung" birgt übrigens nicht nur viele Kontroversen, es ist zudem auch sehr komplex und vielschichtig. Deshalb kann ich hier nur kursorisch einige Aspekte anreißen, um die Grundzüge meiner Ernährungsphilosophie darzulegen.

Beginnen wir mit der Frage, was "Ernährung" eigentlich genau ist und wozu sie dient.

 

Was ist Ernährung?

 

 

Unser Körper besteht aus etwa 30 bis 100 Billionen Zellen. Jeder einzelne dieser Zellen muss Tag für Tag mit allen erforderlichen Nährstoffen versorgt werden, um sich zu teilen, Energie zu produzieren, sich zu reproduzieren.

Unsere Nahrung ist das Baumaterial unseres Körpers. Nur etwa 20 % dessen, was wir essen, werden wieder ausgeschieden. Das heißt, ca. 80 % verbleiben im Körper und dienen ihm als Bausubstanz. Wir sind tatsächlich buchstäblich das, was wir essen. Und natürlich auch, das was wir nicht essen! Fehlen unserer Nahrung wichtige Bestandteile, fehlen diese auch in unseren Zellen.

Nur das Richtige zu essen, stellt leider noch nicht zwangsläufig sicher, dass die entsprechenden Vitalstoffe auch genau dort ankommen, wo sie in den Zellen benötigt werden. Denn der Weg der Nährstoffe vom Teller bis zur Zelle ist weit und kompliziert.

Ernährung - und das wird in der wissenschaftlichen Diskussion immer wieder gerne vergessen - sollte aber immer auch eines sein: Genuss!

 

Übergewichtig und Unterversorgt

 

 

Die eine Seite der Wahrheit: Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit sterben mehr Menschen nicht etwa, weil sie zu wenig essen, sondern weil sie zu viel essen. 2010 starben mehr Menschen an den Folgen von Übergewicht als durch Hunger, Kriege, Gewaltverbrechen und Terrorismus zusammen.


Die andere Seite der Wahrheit: Unterversorgung mit Vitalstoffen. Laut der Nationalen Verzehrsstudie (NVS II) nimmt die deutsche Bevölkerung im Durchschnitt unzureichend Lebensmittel mit essentiellen Nährstoffen (Vitamine, Spurenelemente, Mineralstoffe), Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen zu sich. Besonders Gemüse wird deutlich zu wenig gegessen. Ein Viertel der über 65-Jährigen ist nicht ausreichend mit Vitamin B12 versorgt.

(Quelle: Ärzteblatt vom Dez. 2017; 10.3390/nu9121276)

Übrigens: Sie können - und das ist gar nicht so selten - übergewichtig und gleichzeitig mangelversorgt (mit Vitaminen oder sogar mit essentiellen Fetten!) sein.

 

Warum "normal" nicht "gesund" ist

 

 

»Ihre Werte sind normal«, ist der häufig gehörte Satz nach einer Untersuchung. Dennoch fühlen Sie sich antriebslos, müde oder gestresst. Das liegt daran, dass »normal« nicht unbedingt auch »gesund« heißt .

Die "Normalwerte" sind lediglich Durchschnittswerte. Sie werden aus allen Blutproben ermittelt, die in den Laboren in Deutschland eingehen oder bei Blutspenden gewonnen werden. Aus all den Werten, die aus diesen Blutuntersuchungen ermittelt werden, wird ein statistischer Mittelwert gebildet: der Normalwert.

Ihre Blutwerte werden mit diesen Durchschnittswerten verglichen. Daher sind Sie nicht zwangsläufig gesund (und schon gar nicht fit, voller Lebensenergie und leistungsfähig), wenn all Ihre Werte "normal" sind, sondern ihre Werte liegen lediglich im statistischen Mittelmaß.

Nur den Status quo zu halten, ist manchen Menschen zu wenig. Auch mein Verständnis von gesunden Werten sind nicht Werte knapp über Krankheit, sondern Werte, mit denen Sie 100 % geben können.

 

Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Allergien und Unverträglichkeiten sind nicht das Gleiche! Man kann das nicht oft genug betonen, weil beide im allgemeinen Sprachgebrauch leider oft gleichgesetzt werden. Diagnostisch und erst recht therapeutisch ist es dagegen von größter Wichtigkeit, klar zwischen den einzelnen Pathomechanismen zu unterscheiden und Allergien von Unverträglichkeiten abzugrenzen.

 

Allergie

 

Bei einer Allergie handelt es sich um eine überschießende, krankhafte Abwehrreaktion unseres Immunsystems auf bestimmte, normalerweise harmlose Umweltstoffe. Der Körper bildet Antikörper, so genannte Immunglobuline, die sich mit dem Allergen verbinden.
Eine allergische Reaktion erfolgt (bis auf seltene Ausnahmen der Typ-IV-Allergie) sehr zeitnah und ist deutlich erkennbar. Sie kann im schlimmsten Fall zu einem lebensgefährlichen anaphylaktischen Schock führen.

 

Unverträglichkeit / Intoleranz

 

Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Intoleranz - die beiden dürfen wir getrost gleichsetzen - ist der Organismus einfach nur nicht fähig, gewisse Bestandteile der Nahrung zu verdauen. Ursache dafür können ein Mangel an Enzymen, Stoffwechselerkrankungen oder die Wirkung von pharmakologischen Stoffen sein. Wichtigster Unterschied zur Allergie: Die Symptome einer Intoleranz können sehr stark zeitverzögert - bis zu mehreren Tagen - auftreten. Intoleranzen können uns das tägliche Leben zwar überaus unangenehm machen, sind aber nicht lebensgefährlich.

Keine Regel ohne Ausnahme: Die Zöliakie ist ein Sonderfall. Sie ist weder eine Allergie noch eine klassische Unverträglichkeit, auch wenn sie meist als "Glutenunverträglichkeit" bezeichnet wird. Bei Zöliakie löst das Klebereiweiß Gluten (u.a. vorhanden insbesondere in Weizen, Dinkel, Roggen und damit in allen konventionellen Teigwaren wie Brot, Kuchen, Nudeln etc.) in der Darmschleimhaut eine immunologische Reaktion aus, die zu einer chronischen Entzündung und Schädigung der Schleimhaut führt.

Charakteristische Symptome

Die häufigsten Symptome der Nahrungsmittelunverträglichkeit sind Reaktionen im Magen-Darm-Bereich (wie Blähungen, Durchfall, Erbrechen, Übelkeit oder Verstopfung) oder an der Haut und den Schleimhäuten (Quaddeln, Nesselfieber, Rötung, Juckreiz, Quincke-Ödem).

 

Reaktionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich (Niesattacken, Fließschnupfen) oder an der Lunge (Husten, Atemnot, Verschleimung) gehören seltener zur Symptompalette.

Diagnostik

Sowohl die Diagnose einer Nahrungsmittelallergie als auch die einer Intoleranz erfordern vom Therapeuten wie vom Patienten viel Geduld und Spürsinn.


Allergie: Die ersten und einfachsten Tests sind in der Regel Haut- und Bluttestungen. Sie reichen allerdings bei Nahrungsmittelallergien meist nicht aus. Je nach Eindeutigkeit der Testungen müssen die Ergebnisse mit einer speziellen Diät, bei der allergieauslösende Nahrungsmittel beziehungsweise Inhaltsstoffe zu meiden sind, und einen anschließenden Provokationstest auf einzelne Allergene bestätigt werden.

Intoleranz: Die Diagnose von Intoleranzen ist sogar noch schwieriger - nicht zuletzt auch, weil die Symptome oft stark verzögert auftreten. Da Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten nicht auf einer immunologischen Reaktion beruhen, kommen klassische Allergietests wie Haut- und Blutuntersuchungen zur Diagnose nicht infrage. Je nach Unverträglichkeit können einige Parameter im Labor bestimmt werden (z.B. H2-Atemtest bei Laktose-Intoleranz oder Fruktose-Malabsorption). Bei dem Verdacht einer Unverträglichkeit von Zusatzstoffen muss die Diagnose über eine spezielle Diät mit anschließender Provokation gestellt werden.

In meiner Praxis hat sich das BioResonanz-Verfahren bewährt, um ursächliche Faktoren von Allergien und Intoleranzen schmerzfrei und verhältnismäßig unaufwändig festzustellen.

 

Ist Bio wirklich Gesünder?

 

 

Darüber streiten sich die Gelehrten - wie sollte es auch anders sein.

 

Fest steht:

  • BioLebensmittel dürfen keine künstlichen Farbstoffe, Konservierungsmittel oder Süßstoffe enthalten.

  • BioLebensmittel enthalten mehr Vitalstoffe und Antioxidantien als konventionell erzeugte.

  • Bio ist gerade im Bereich Fleisch ethischer und ökologischer. Mit Bio darf man sich zu Recht besser fühlen! (Über die enorme Bedeutung des Gefühls beim Essen und seine Wichtigkeit könnte man ganze Aufsätze schreiben!)
     

Und was oft vergessen wird: Bio ist eigentlich ja nichts Besonderes - Bio ist das Normale!

Ich rate daher immer zu BioLebensmitteln!

1/6

Ölwechsel!

 

Von "guten" und "schlechten" Fetten

 

Fett ist ist gesund - und lebenswichtig. Würden wir bei unserer Ernährung auf Kohlenhydrate (Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis) völlig verzichten, wäre das nicht weiter dramatisch. Würden wir dagegen auf Fett verzichten, wäre das langfristig tödlich. Essentielle Fettsäuren wie Omega-3 dienen als Bausteine der Zellhüllen. Vor allem Gehirn- und Nervenzellen benötigen sie für Wachstum und Funktion.

Die Fettverbrennung/Fettverdauung ist ein hochkomplexer Prozess - viel komplizierter als die Verdauung von Kohlenhydraten. Und auch die Fette selbst unterteilen sich in verschiedenste Kategorien wie gesättigte und ungesättigte, essentielle und nicht essentielle, tierische und pflanzliche, gehärtete und ungehärtete, Transfette, Cholesterin (das streng genommen eigentlich kein Fett ist), Omega-n-Fettsäuren - um nur einmal die wichtigsten zu nennen.

Es ist extrem schwierig, hier den Überblick zu behalten - aber leider notwendig. Denn es gibt neben den gesunden auch durchaus ungesunde Fette (u.a. die Transfette bzw. gehärtetete Fette).

 

Als Faustformeln für den Alltag kann folgendes gelten:

  • Besonders gesund sind die Omega3-haltigen Öle - reichlich enthalten in Leinöl, Hanföl, Walnussöl, Rapsöl, Chia-Samen und fettem Kaltwasserfisch (Lachs, Hering)

  • Natürliche Transfette in tierischen Produkten wie Milch, Käse, Butter, Eiern, Fleisch und Fisch gelten als unkritisch oder sogar gesund.

  • Cholesterin: Die Aufnahme von Cholesterin durch Nahrung macht nur etwa 10 % der im Körper selbst gebildeten Cholesterinmenge aus. Das Essen von Eiern ist daher unkritisch.

  • Industriell gehärtete Fette erhöhen das Risiko von Herzinfarkt und Krebs und fördern Depressionen. Sie sind enthalten in Backwaren, Pommes frites, Chips, Fertiggebäck, Keksen, vielen Fertiggerichten, Nuß-Nougat-Cremes, Brat-, Back- und Frittier-Fetten. (Zutatenliste beachten: Gehärtete bzw. zum Teil gehärtete Fette meiden.)

Fett ist ein wertvoller Energielieferant. Auch wenn Fett (in gleicher Kalorienanzahl) weit weniger dick macht als Kohlenhydrate, sollte man Fett nur in angemessenen Maßen (u.a. stark abhängig von Kalorienverbrennung in Sport oder Beruf) genießen!

 

Wie ernähre ich mich gesund?

 

  • Essen Sie
     

    • viel Gemüse,

    • viel Obst (aber Achtung Fruchtzucker!),

    • viel Salat,

    • ausreichend Eiweiß,

    • ausreichend Fette und Öle.
       

  • Essen Sie wenig Zucker, wenig(er) Kohlenhydrate. (Nehmen Sie zum Süßen am besten Honig.)
     

  • Braten oder rösten Sie weder Fleisch noch Gemüse knusprig - jedenfalls nicht regelmäßig. Das feine Knusprige ist leider krebserregend. (Auch hier gilt: Die Masse macht's. Im Sommer ab und zu Grillen macht Sie nicht krank.)
     

  • Genießen Sie ihr Essen! Hektik und Stress hemmen die Verdauung. Deshalb nehmen Sie sich Zeit beim Essen.
     

  • Gönnen Sie auch Ihrem Verdauungssystem Ruhe. Die Empfehlung vieler kleiner, über den Tag verteilter Mahlzeiten ist längst Geschichte. Im Gegenteil - essen sie sich zu zwei bis drei Mahlzeiten am Tag satt und naschen sie nicht zwischendurch. (Und wenn sie es doch tun, dann genießen Sie es und bereuen es nicht!)
     

  • Essen Sie nicht mehr in den letzten vier Stunden vor dem Zubettgehen. Nicht weil abends essen dick machen würde, sondern weil die Verdauungsarbeit den gesunden Schlaf verhindert.
     

  • Und ganz wichtig! Ich kann Ihnen diese oft gehörte Binsenweisheit nicht ersparen: Viel Bewegung!​
     

(Allgemeine Hinweise wie diese können selbstverständlich immer nur für gesunde Menschen gelten, die nicht an allgemeinen oder spezifischen Beschwerden oder Krankheiten oder gar unter Ernährungsproblemen leiden.)

 

Unsere Ernhährung ist die Basis unseres Vitalstoffhaushalts. Und unser Vitalstoffhaushalt ist die Basis unserer Gesundheit.

Ich empfehle Ihnen daher:

Lassen Sie Ihren Vitalstoffhaushalt testen! Besonders wenn Sie sich unwohl fühlen. Viele Beschwerden, die auf den ersten Blick scheinbar gar nichts mit Ernährung zu tun haben, haben ihre Ursache in Vitalstoffmangel oder falscher Ernährung. Sprechen Sie mich gerne darauf an.

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